Das darf Netflix bei The Witcher nicht falsch machen


The Witcher 3
© Namco Bandai Games
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"Was die Oberflächen zeigen ist nur ein Teil der Wahrheit. Darunter steckt das, was mich am Leben interessiert: die Dunkelheit, das Ungewisse, das Erschreckende, die Krankheiten." (David Lynch)

In den Ruinen habe ich eine Bruxa erledigt, in der Kanalisation focht ich mir den Weg durch diverse Ertrunkene frei und auf den Schlachtfeldern der Kriege stellte ich mich den Drauglingen in den Weg. Ich erledigte zahlreiche Aufträge für einfache Bürger, half Adligen und Königen, lernte, dass sich ein jeder für die Liebe entscheiden muss. Gern streifte ich durch die Wälder, immer auf der Suche nach dem nächsten Monster, welches es zu erledigen galt. Ich kämpfte gegen Basilisken und Gabelschwänze, gegen Harpyien und Golems, gegen Gruftweiber und Eisriesen. Ihr merkt es: Ich bin ein großer Fan der The Witcher-Reihe, der Spiele wohlgemerkt.

Kein Wunder also, dass ich mich Mitte Dezember 2017 über die Nachricht freute, dass The Witcher für Netflix zur Serie werden wird. Allerdings soll sich die geplante Serie eher auf die Bücher, die dem Spiel zugrunde liegen, statt auf die Spiele konzentrieren. Also habe ich auch mittlerweile zu den Büchern des polnischen Schriftstellers Andrzej Sapkowski gegriffen, der in seiner Heimat eine Institution ist und wegen seiner Bestseller gefeiert wird. So richtig warm geworden bin ich mit den Worten allerdings nicht, habe aber viel Nähe zu den Spielen entdeckt. Wenn Netflix nun die Geschichten für eine Serie adaptiert, werden Fans beider Medien - Bücher wie Spiele - sehr genau hinschauen. Schon die großen Adaptionen wie Herr der Ringe oder etwa Harry Potter riefen immer die Kenner auf den Plan. Dabei geht es nicht nur um die Nähe zur Vorlage, sondern um deutlich, deutlich mehr.

Das Setting von The Witcher muss wiedererkennbar sein

Bücher wie Spiele geben ein relativ konkretes Setting vor: mittelalterliche Städte, bäuerliches Leben, weite Landschaften mit Wäldern und Seen, verlassenen Dörfern und einsamen Wohnstätten. Osteuropa atmet hier. Insofern ist die Entscheidung von Netflix, The Witcher auch in dieser Region zu drehen, schon mal eine richtige. Jetzt kommt es darauf an, einen Effekt der Wiedererkennung zu generieren, der die Atmosphäre von The Witcher transportiert. Wir sind gespannt, auf welche konkreten Locations sich die Inszenierung konzentrieren wird.

The Witcher zeigt Gewalt, die sich was traut

Gewalt ist in The Witcher kein Selbstzweck. Sie gehört dazu, wenn Monster gejagt werden, sich die verschiedensten Mächte um die Vorherrschaft streiten und Intoleranz gegenüber dem Anderen Denken und Handeln beeinflusst. Spiele wie Bücher machen in dieser Hinsicht keine Kompromisse, der düsteren Alltag geht einher mit Überlebenskampf und Gewalt. Das erwarten wir auch von der Netflix-Serie. Bitte keine Weichspülung wie in Hollywood, als Streaming-Anbieter kann sich das Studio mehr Kunstblut erlauben und sollte hier auch die Vorlagen respektieren. Besonders der körperliche Kampfstil von Geralt von Riva muss in die Choreografie der Actionszenen Eingang finden.

The Witcher-Monster leben von ihren Legenden und Sagen

Zahlreiche Monster bevölkern die The Witcher-Welt. Dabei haben Autor wie Game-Entwickler vielfach auf osteuropäische Sagen und Legenden zurückgegriffen. Sie finden sich etwa in der Mittagserscheinung, die Bauern bei der Arbeit tötet, oder im Waldschrat, der eigentlich die Wälder beschützen soll, aber Menschen dort zum Verirren bringt. Der Golem, die Striege, Kikimora, Jaga: Viele dieser Monster sind im Westen gar nicht besonders bekannt. Trotzdem oder gerade deswegen darf Netflix mit Blick auf die Zielgruppe nicht den Fehler begehen, die Monster zu assimilieren und damit austauschbar zu machen.

The Witcher muss sich auf die richtigen Geschichten konzentrieren

Die Welt von The Witcher ist riesig. Da gibt es Novigrad und Velen, Skellige und Kaer Morhen, und, und ... Nicht alles wird in der geplanten Serie eine Rolle spielen können, insofern ist es wichtig, über Auslassungen und dramaturgische Prioritäten nachzudenken. Welche Informationen benötigen die Zuschauer, die mit der The Witcher-Welt nicht vertraut sind? Kann die Serien-Geschichte eine eigenständige sein? Insbesondere das Drehbuch-Team um Showrunnerin Lauren Smith Hissrich ist hier gefragt.

The Witcher wird zum Erfolg mit der richtigen Casting

Mit Henry Cavill ist der The Witcher-Hauptdarsteller bereits gefunden. Bei vielen Lesern und Gamern genießt Geralt von Riva große Popularität. Aber die Figur hat das Potential zu mehr; sie könnte ins kulturelle Gedächtnis eingehen und zur heldenhaften Ikone werden, wie etwa Aragorn aus Herr der Ringe. Mit der richtigen Leistung würde der Darsteller enorm davon profitieren. Weitere Charaktere sind aktuell noch nicht besetzt, aber auch Yennifer, Triss, Ciri und Vesemir sind wichtige Figuren, die mit dem richtigen Casting auftrumpfen können.

Was meint ihr: Was darf Netflix bei The Witcher nicht falsch machen? Worauf sollte das Studio unbedingt achten?

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