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In den späten Siebzigern änderte sich alles und Science-Fiction sollte nie wieder so sein wie zuvor. Eine gewisse Space Opera hatte kurz zuvor mit Fanfaren und nie dagewesenen Effekten eine Genre wiederbelebt - erwachsen werden sollte es aber erst zwei Jahre später, als ein TV-Raumschiff im Kino zurückkehrte, und ein kaum sichtbares, außerirdisches Wesen in einer ganz anderen Ecke des Kino-Universums dem Grauen einen neuen Namen geben sollte: Alien.

Was Ridley Scott damals auf die Menschheit losließ, machte nicht nur Sigourney Weaver zum Star, es war auch realistischer, unheimlicher und fesselnder als alles, was fremde Planeten bis dato für uns bereithielten. RoboMaus würdigt dieses Meisterwerk und erinnert uns daran, dass sich seit 1979 nichts geändert hat: Im Weltraum hört dich immer noch niemand schreien ...

Der Kommentar der Woche von RoboMaus zu Alien

Wieder einmal war es so weit - das Heimkino kühl, abgedunkelt, die beißende Hitze von 35° vor der Tür gelassen, den Sessel zwei Meter vor dem 55-Zoll Bildschirm platziert, und die Lautstärke dem kommenden Ereignis angepasst. Schließlich soll Alien möglichst wie im Kino wirken, die Unheimlichkeit seiner Atmosphäre über Optik und Score voll entfalten. Denn davon, wie auch von einer starken, konsequent umgesetzten Story lebt dieser SF-Klassiker vordergründig.

In den Siebzigern war das SF-Genre von Filmen dominiert, die technisch nicht besonders gut gemacht waren, dafür aber umso langatmiger daherkamen, und wobei die Message sehr wichtig war. Umweltzerstörung, Dystopie, Ignoranz der Menschheit, die schließlich zur Selbstzerstörung führt.......... Doch im Jahre 1979 wurde das Genre gleich von zwei Filmen revolutioniert, die diese Ansätze über Bord warfen und ein rein auf Atmosphäre, Spannung und Optik begründetes, absorbierendes Unterhaltungskino lieferten, womit sie die SF-Ära einleiteten, in der wir uns heute noch befinden: Star Trek - The Motion Picture und Alien. Nichts demonstriert das besser als die Franchises, die immer noch nach diesen bahnbrechenden Erstlingen weitergeführt werden.

Ich habe Alien zwar erst in den frühen Achtzigern gesehen, kann mich aber noch gut an den unerhörten Eindruck erinnern, den dieser Film hinterlassen hatte. Allein der Beginn, die Landung auf dem unwirtlichen Planeten, eine düstere Atmosphäre, die in jedem Moment vermittelt, dass man besser nicht dort sein sollte, und somit die Spannung ständig oben hält, das Eindringen in das fremde, havarierte Raumschiff - es sprengte mit seiner Wirkung alles Dagewesene im Genre.

Auch im Verlauf weiß Ridley Scott mit diesen Mitteln zu überzeugen und platziert packende Highlights, die die Ereignisse kulminieren lassen (wie, SPOILER, die Geburt des Aliens aus dem Körper, oder die Enthüllung von Ash als üblem Androiden, SPOILER ENDE). Ganz großes, wegweisendes Kino, dessen Bedeutung für das heutige Filmschaffen im Genre nicht überschätzt werden kann.

Natürlich ist 'Alien' bei allem Lob auch ein Kind seiner Zeit, das sich von heutigen Betrachtern nach heutigen Maßstäben messen lassen muss. Hierbei fällt vor allem eine gewisse Langatmigkeit in Form langer Einstellungen und manchmal inhaltlichen Leerlaufes auf, was manche User nicht zu Unrecht munieren und auch meinen Sehgewohnheiten nicht mundet (was übrigens auch den ersten Star Trek charakterisiert). In den Siebzigern war das allerdings ein unumgängliches Stilelement, wogegen Scotts Umsetzung tatsächlich schon Fortschritt in Richtung Action/Rasanz repräsentiert, wenngleich es aus heutiger Sicht überhaupt nicht danach aussieht.

Wie auch immer man 'Alien' heute bewertet - er ist und bleibt ein unumstößlicher Meilenstein im Genre, der seinen Platz behalten wird, solange noch SF-Filme gemacht werden....... und darüber hinaus.

Der Originalkommentar lauert hier auf euch ... wenn ihr euch traut, ihn zu betreten.

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