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Ein Essay zu Avengers: Infinity War


Der Mad Titan
© Marvel/Diseny
Der Mad Titan

Dieser Artikel enthält massive Spoiler zu Avengers 3: Infinity War


I assure you, brother, the sun will shine on us again.

- Loki, God of Mischief


...und mit diesen Worten verabschiedete sich Loki von seinem Bruder Thor, kurz bevor Thanos ihn zu tode würgte. Diese Szene, direkt zu Beginn des Films, vermittelte uns Zuschauern sofort, um was für einen Antagonisten es sich handelt. Der purpurne Titan nimmt die Sache diesmal selbst in die Hand, nachdem er jahrelang nur auf seinem Thron verweilte. Thanos ist da und er hat nur ein Ziel, die Hälfte allen Lebens im gesamten Universum auszulöschen. Oder anders gesagt, Gleichgewicht in ein endliches Universum zu bringen.

Was hatten die Fans von Infinity War nur erwartet? Sicher nicht diesen Film! Die Einen halten ihn für einen gewöhnlichen Comicfilm und andere halten ihn für den besten Film des MCU. Ich gehöre zur zweiten Gruppe.

Avengers: Infinity War hat mich mitgerissen, er hat mein Fanherz buchstäblich durchgerüttelt und gebrochen zurückgelassen. Aber nicht im negativen Sinne. Der Film hat mich so sehr überrascht und mitfiebern lassen, wie ich es selten, oder gar noch nie während eines Films erlebt habe. Zugegebenermaßen, ich bin ein riesiger Marvelfan...


With all six stones, I can simply snap my fingers, they would all cease to exist. I call that...mercy.

- Thanos


Es ist beinahe poetisch und biblisch, wie der Mann mit dem Infinity Gauntlet agiert. Er sieht sich als Erlöser aller Lebewesen und beschwört die metaphorische Sintflut. Die Hälfte des Universums die überlebt, ist die sinnbildliche Arche Noah. Und er? Er spielt Gott. All sein Handeln führt letztlich dazu, dass er sich am Ende - zufrieden mit seinem Werk - ausruht und gen Sonnenuntergang blickt. So einen Bösewicht hat das Marvel Cinematic Universe noch nie gehabt. Schlussendlich gewinnt sogar das vermeintlich Böse... Denn Thanos glaubt, er handele gut und richtig, er würde alle retten.

Man mag beinahe behaupten Thanos ist gar nicht der Böse, nur ein Fehlgeleiteter und Ausgestoßener. Er sieht sich jedenfalls nicht als Weltenzerstörer. Doch für die Avengers ist er selbstverständlich eine Bedrohung und sie sind dagegen seine Bedrohung.


No resurrections this time.

- Thanos


...ob diese Worte stimmen? Ich glaube, dass es wirklich an der Zeit war für Loki zu gehen. Er hat seine Entwicklung vollständig abgeschlossen und verdiente ein heldenhaftes Ende. In Thor: Ragnarok konnte er sich endlich mit Thor verbrüderlichen und fand das Gute in sich. Ein trauriges aber notwendiges Ende, wie ich finde.

Wenn wir schon bei notwendigen Toden sind. Es gab da diesen einen Moment, da dachte ich wirklich, jetzt ist er tot. Thanos versus Iron Man. Der ultimative Showdown auf den ich mich so sehr gefreut und vor dem ich mich gleichzeitig gefürchtet habe! Neben dem Kampf zwischen Thanos und Doctor Strange war dies der wohl spektakulärste Fight. Die Russo Brüder hätten hier Tony Stark ein episches Ende geben können, doch sie haben sich dagegen entschieden. Das bedeutet für Avengers 4 wiederum: Tony Stark wird allerhöchster Wahrscheinlichkeit nach nicht sterben. Wieso ich das denke? Nun ja, relativ zu Beginn des Films reden er und Pepper über einen gewissen Traum von einem gemeinsamen Kind. Für mich ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass es am Ende von Tony Starks Reise ein Happy End geben wird. Rente und Kind.

Wogegen Steve Rogers sicher seinen würdigen Heldentot sterben wird. Leider hatte er in Infinity War sehr wenig Screentime, was mich etwas enttäuschte, da ich seine Entwicklung (zwischen Captain America: The Winter Soldier und Infinity War) spannend fande und gerne mehr vom Badass Cap' gesehen hätte. Wohl der einzige Kritikpunkt den ich an diesem Film habe.


I don't want to go, please, I don't want to go Mr. Stark. I am sorry, tony, I am sorry.

- Peter Parker

Dass Spideys Tod von Mime Tom Holland auch noch improvisiert war schmerzt mehr als es die Szene sowieso schon getan hat. Eine berührendes Ende von einem Jungen, der einfach nicht im Bus bleiben wollte. Als man Tony kurz darauf in einer visuell starken Einstellung gebrochen und verzweifelt sieht tut das weh, da er ihm noch in Spider-Man: Homecoming gesagt hatte, er will nicht dafür verantwortlich sein, wenn ihm etwas zustöße. Schade nur, dass man weiß, er wird zurückkehren. Doch das weiß man im dritten Avengers nach jedem Tod (außer bei Loki und Heimdall), was aber gar nicht schlimm ist!

Ja, es werden wohl alle zurückkehren. Vermutlich sogar eine Gamora, die nicht durch das Schnippen Thanos' starb, weil sie zu wichtig für die Guardians - insbesondere Peter Quill - ist. Macht das den Film schlechter? Nicht unbedingt, denn die Frage ist jetzt nicht, ob sie wieder kommen, sonder das Wie. Und diese Frage ist durchaus spannender, da es im Internet von Theorien nur so wimmelt und alle ihren Reiz haben. Zeitreisen halte ich dabei für am aussichtsreichsten. Und da ich Zeitreisefilme super spannend finde (Die Zurück in die Zukunft-Filme und X-Men: Zukunft ist Vergangenheit zum Beispiel konnten mich bezüglich dieser Thematik absolut überzeugen) würde ich es mir für den vorerst letzten Avengers-Film sehr wünschen.

Was bleibt zu sagen? Avengers: Infinity War ist ein großartiger, dramatischer und großartiger Comicblockbuster. Alle Charaktere vereint im Kampf gegen einen Antagonisten, der jahrelang häppchenweise aufgebaut wurde und stärker wie kein anderer vor ihm auftrat. Für eine gewisse Nostalgie kehrte glücklicherweise Alan Silvestri für den Soundtrack zurück und bescherte uns das bekannte Avengers-Thema. Die Effekte sind marveltypisch oscarreif und hauten mich im IMAX-Kino sowas von um!

Danke Marvel für einen Fanservice der ganz besonderen Art ;)


Wie fandest du Infinity War und wie geht es deiner Meinung nach in Avengers 4 weiter?

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